Die Sösetalsperre, eine der ältesten Trinkwassergewinnungsanlagen Norddeutschlands, versorgt zuverlässig zahlreiche Städte und Gemeinden im südlichen sowie westlichen Harzvorland mit Trinkwasser. Gleichzeitig bietet die Sösetalsperre für die Region einen wichtigen Hochwasserschutz und versorgt den Fluss über die Niedrigwasseraufhöhung ganzjährig mit Wasser.
Problemstellung
Die Harzwasserwerke GmbH führen seit 2022 eine Generalüberholung der Sösetalvorsperre durch, gleichzeitig wird die Bundstraße B498 instandgesetzt. Da die Baustelle während der Generalsanierung unter Staubetrieb abgewickelt wird, ist immer wieder mit Überflutungen zu rechnen. Infolgedessen kam es zu Störungen im Bauablauf.
Lösung
Der Stausee musste dauerhaft oder auch zeitweise mittels Wasserhaltung abgesenkt werden. Für die Umsetzung haben die Harzwasserwerke auf die Expertise von Xylem zurückgegriffen. Dafür wurde eine Wasserhaltung mit mindestens 2m³/s Förderleistung zwischen Vorsperre und Hauptsperre installiert.
Die Wasserhaltung sollte bei Starkregen und steigendem Zufluss in der Vorsperre das Wasser über provisorische Rohrleitungen in die Hauptsperre pumpen, um ein erneutes Überfluten des Bauwerks zu verhindern. Zusätzlich war eine Stromversorgung mittels Stromaggregaten erforderlich, die ebenfalls durch Xylem sichergestellt wurde.
Besonders herausfordernd waren die örtlichen Gegebenheiten. Die Baumaßnahme kreuzt nicht nur die Bundesstraße 498, die entlang der Hauptsperre und über die Vorsperre führt, sondern auch die Schutzzone 1 des Trinkwasserschutzgebietes der Sösetalsperre. Bei der Planung und Ausführung musste demzufolge ein besonderer Fokus auf den geforderten Wasserschutz gelegt werden.
Ergebnis
Durch verschiedene geplante und durchdachte Maßnahmen konnten alle Vorgaben, Richtlinien und Ziele eingehalten werden. Die Installation der Pumpen und des Zubehörs konnte durch eine maßgeschneiderte Projektierung problemlos realisiert werden. Eine ausreichende Überdeckung des Saugrohres wurde durchgehenden gewährleistet, indem das Saugrohr bis zu 50 m vom Uferentfernt in die Staumauer geführt und dort abgesenkt wurde. Die Umsetzung erfolgte mit Hilfe von Booten, Pontons, eines Mobil- Krans und der tatkräftigen Unterstützung einer Tauchergruppe der Nordseetaucher GmbH.
Die zielführende Installation der Wasserhaltung ermöglichte die erforderliche Baufreiheit, so dass die Sanierungsarbeiten der Vorsperre auf Hochtouren weiterlaufen konnten.