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Wiederverwendung von Abwasser: Xylem braut ein Bier aus behandeltem und gereinigtem Wasser

6 June 2019
  • Bei der IWA Water Reuse 2019, der „Internationalen Konferenz zur Wasser-Wiedergewinnung und -Wiederverwendung“ in Berlin (16.- 20. Juni), zeigt Xylem 100-prozentiges Wasserrecycling
  • Xylem, die Berliner Wasserbetriebe und das Kompetenzzentrum Was-ser Berlin brauen ein Bier aus gereinigtem und aufbereitetem Abwasser
  • Vorstellung und Verköstigung des Bieres am Montag, dem 17. Juni 2019 auf der IWA Konferenz im Mercure Hotel MOA, Berlin

Berlin, 05.06.2019 – Abwasser wiederverwenden: Mit moderner Technologie ist das selbst dann wirtschaftlich und effizient möglich, wenn das Abwasser aus dem Klärwerk kommt. Das beweist das Wassertechnologie-Unternehmen Xylem: Pas-send zur zwölften in Berlin stattfindenden „IWA International Conference on Water Reclamation and Reuse“ stellt Xylem ein eigenes gebrautes Bier mit Namen „Reuse Brew“ vor. Es besteht aus Hopfen und Gerstenmalz – und gereinigtem Abwasser. „Die Wasserqualität ist der Maßstab, nicht seine Geschichte“, sagt Jens Scheideler, Global Reuse Manager bei Xylem und Mitinitiator des Projekts, „Bei Pilotprojekten in den USA hat Xylem bereits Erfahrungen mit dem ‚Re-Use Bier‘ gesammelt. Dafür wird das Wasser mehrstufig gereinigt und erreicht am En-de des Prozesses die Qualität und Sicherheit von Trinkwasser.“


Mit dem Bier, das Xylem in Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben und dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin hergestellt hat, machen die beteiligten Partner auf ein ernstes Thema aufmerksam: Obwohl große Teile Europas und insbesondere Deutschland als wasserreich gelten, hat insbesondere die Trocken-heit 2018 gezeigt, dass auch unsere Regionen von Auswirkungen des Klimawan-dels betroffen sein können und die lokale Nutzung der Ressource Abwasser eine Entlastung für unsere Grundwasservorkommen und Stauseen bedeuten kann.
„Mit dem Berliner Reuse Brew wollen wir aufzeigen, dass die technischen Mög-lichkeiten, Abwasser qualitativ einwandfrei aufzubereiten, fast grenzenlos sind“, sagt Dr. Ulf Miehe vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin. „Mit dem Ausbau unse-rer Kläranlagen um weitere Reinigungsstufen wollen wir in Berlin mit neuen inno-vativen Technologien die Abwasserreinigung auf ein nächstes Level heben“, sagt Regina Gnirß, Forschungschefin der Berliner Wasserbetriebe und ergänzt: „In Berlin werden wir jedoch auch künftig unser Trinkwasser mit naturnahen Verfah-ren aus Grundwasser nachhaltig gewinnen, denn auch die Natur hat immense Reinigungskraft. Wasserwiederverwendung in der Landschaft – da ist man sich in Berlin einig – kann gerade auch in Trockenzeiten den regionalen Wasserhaushalt stützen.“


Die Wasserreinigung im Detail
In den Klärwerken Deutschlands gibt es drei, manchmal bis zu vier Reinigungsstu-fen, die das Abwasser durchläuft. Um Medikamentenrückstände oder Spurenstof-fe zu entfernen, kommt die sogenannte vierte Reinigungsstufe zum Einsatz: Hier-bei haben sich insbesondere Ozon und Aktivkohle als Verfahren etabliert, und Xy-lem bietet diese beiden Verfahren als integrierte Lösung an. Im OxeliaTM Prozesswerden Chemikalien und Medikamentenrückstände durch Ozon oxidiert sowie Vi-ren und Bakterien abgetötet. Im nachgeschalteten biologisch aktivierten Aktivkoh-lefilter werden die vom Ozon oxidierten Stoffe noch weiter von Mikroorganismen entfernt. Das Wasser ist danach so gereinigt, dass es bedenkenlos in Flüsse und Seen direkt eingeleitet werden kann.


Um Trinkwasserqualität zu erreichen, wird nach dem Oxelia-Verfahren das Was-ser durch einen weiteren Aktivkohlefilter geführt, welcher Stoffe adsorbiert, die nicht durch das Ozon oder Mikroorganismen reduziert werden konnten.

Im vorletzten Schritt findet eine Umkehrosmose (RO für Reverse Osmosis) statt: Hierbei wird eine Membran verwendet, die nahezu nur Wassermoleküle durchlässt. Bereits jetzt ist das Wasser hochgradig rein und enthält, wenn überhaupt, nur noch geringe Spuren von Industriechemikalien oder pathogenen Keimen. Um allerhöchste Qualität und  Verbrauchersicherheit zu gewährleisten, durchläuft das Wasser noch eine finale Aufbereitungsstufe: den Xylem MiPRO-Prozess mit UV-Licht und Wasserstoffperoxid. Diese UV-Oxidation bringt das Wasser auf die höchstmögliche Reinheitsstufe. Weitere 99,9999 Prozent aller noch eventuell vor-handen Viren und Keime werden deaktiviert und sämtliche Industriechemikalien und andere Schadstoffe um weitere 90 bis 99% reduziert. Das Wasser ist nun so rein, dass es die Qualität vieler Tafelwässer sogar übertrifft und ist damit auch in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie einsetzbar.

„Unser Reuse Brew ist nach allen Regeln der deutschen Braukunst gebraut und enthält neben recyceltem Wasser die besten Zutaten, die ein Craftbier benötigt“, sagt Jan-Karl Nielebock, Applikationsmanager Food und Beverage und Diplom-Brauingenieur. Xylem will mit seinem Bier weltweit ein Zeichen setzen und aufzei-gen, dass dank Xylem-Technologien wie UV- und Ozonanlagen aus Abwasser reines Wasser in Trinkwasserqualität entstehen kann. Auch mit Regenwasser als eine Zutat für Bier hat Xylem bereits Erfahrungen gesammelt. Gemeinsam mit der Fußballmannschaft Manchester City wurde eigens zur errungenen Meisterschaft in der englischen Premier League kürzlich das Bier „Raining Champions – Rain-water Brew“ vorgestellt. Weitere Informationen unter www.xylem.com

Hinweis für die Redaktionen: Am Montag, dem 17. Juni 2019 wird das Bier „Reuse Brew“ auf der Poster-Party ab 18 Uhr im Berliner Mercure Hotel MOA vor-gestellt mit anschließender Verkostung. Für die persönliche Teilnahme melden Sie sich bitte bei Frau Marlies Poppe, marlies.poppe@xyleminc.com an. Zur Akkreditierung für den Besuch der Konferenz IWA Water Reuse 2019 schreiben Sie bitte eine E-Mail an den Veranstalter DECHEMA, Matthias Neu-mann matthias.neumann@dechema.de.
Weitere Informationen auf www.iwareuse.org