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„Pillen“ im Abwasser neutralisieren

Marienhospital

Gelsenkirchen, Deutschland

Im Zug des Europäischen Partnerschaftsprojektes „Pills“ entstand im Gelsenkirchener Marienhospital in Deutschland eine Pilotanlage zur Abwasser behandlung mit Ozon. Ziel des Projektes: Durch Oxidation mit Ozon pharmazeutische Rückstände, sogenannte Micro-Verunreinigungen, im Abwasser durch Ozon unschädlich zu machen.

 

Aus unserer Gesellschaft sind sie nicht mehr wegzudenken: Hochwirksame, mo­derne Arzneimittel. Sie helfen Krankheiten zu erkennen oder zu heilen. Zum Schutz von Mensch und Tier werden heute große Mengen unterschiedlicher pharmazeuti­scher Wirkstoffe hergestellt. Im Zuge der verbesserten medizinischen Versorgung, der steigenden Lebenserwartung sowie der fortschreitenden In­dustrialisierung der Landwirtschaft werden zunehmend mehr Arzneimittel eingesetzt. Die darin enthaltenen Wirkstoffe werden in der Regel nicht vollständig vom Organismus aufgenommen und verbraucht, sondern teilweise wieder ausgeschieden. Auf unterschiedlichen Wegen gelangen diese Rückstände schließlich in den Wasserkreislauf.

Das EU Partnerschaftsprojekt Pills (Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources) hat sich zum Ziel gesetzt, dort, wo diese Stoffe in hohen Dosen auftreten, soll eine Zuleitung ins Abwasser vermieden werden. Hierzu können zum Beispiel Krankenhäuser gehören, deren Abwässer einen hohen Anteil von Arzneimittelrückständen und Röntgenkonstrastmitteln enthalten.

Um die Wirksamkeit und Effektivität einer dezentralen Behandlung von Krankenhausabwasser zur gezielten Spurenstoffelimination bewerten zu können, wird derzeit unter der Federführung der Emschergenossenschaft in Gelsenkirchen erstmalig eine dezentrale Behandlungsanlage an Krankenhäusern großtechnisch umsetzt. Mit der Pills-Kläranlage erprobt die Emschergenossenschaft neue Verfahrensweisen in der Klärtechnik.

Die Anlage arbeitet in drei Stufen, bis das Wasser gereinigt wieder austreten kann. In der ersten Phase kommt eine biologische Membranfiltration zur Verwendung, bei der das Abwasser von organischen Stoffen befreit wird. Das nun fast schon klare Wasser wird in der zweiten Stufe mit Ozon behandelt. Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel, das bestehende Spurenstoffe gezielt aufbricht. Um sicherzustellen, dass keine Medikamentenrückstände im Abwasser verbleiben, erfolgt in der dritten Phase der Klärung eine so genannte Aktivkohlefiltration.

 

Führende Expertise

In dem Pilotprojekt werden täglich rund 200 mAbwasser behandelt,  das dann in den nahe gelegenen Fluss geleitet wird. Das Abwasser stammt von 75.000 Patienten im Jahr, 560 Krankenhausbetten und 1.200 Angestellten. Um diese Menge mit Ozon und Filtern bewältigen zu können  wandten sich die Verantwortlichen an Xylem Water Solutions. Ozon ist eines der stärksten, technisch herstellbaren, Oxidationsmittel. Es eignet sich hervorragend für die Behandlung von Wasser und industriellen Produkten. Der besondere Vorteil von Ozon liegt in der umweltfreundlichen Wirkungsweise. Schadstoffe, Farben, Gerüche und Mikroorganismen werden direkt durch Oxidation zerstört, ohne dass schädliche Nebenprodukte entstehen.

Die Experten von Wedeco, einer Marke der internationalen Xylem Gruppe, nutzen diese Eigenschaft des Ozons bereits seit über 20 Jahren mit speziell entwickelter Anlagentechnik in den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern. Neben der Aufbereitung von Trinkwasser und Abwasser finden die Anlagen Einsatz in Bleichprozessen (z.B. Papierherstellung) sowie in weiteren industriellen Oxidationsprozessen. Zusammen mit UV-Licht oder Peroxid lassen sich zudem Kombinationsprozesse gestalten, die als Advanced Oxidation Process (AOP) helfen, weitere bislang nicht abbaubare Schadstoffe im Wasser unschädlich zu machen. Installiert wurde im Marienhospital in Gelsenkirchen das Wedeco System GSO 40, das 140 g Ozon die Stunde produziert. Transparente Säulen bildeten das Ozon Eintragssystem, um Forschung und Evaluierung zu erleichtern.